Der Wasserfall Selfoss, Island: Eine wilde Kaskade im Fluss Jökulsá á Fjöllum
Der Wasserfall Selfoss zählt zu den eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten Nordislands. Er bildet eine breite, unruhige Kaskade im Fluss Jökulsá á Fjöllum. Trotz seines Namens liegt er nicht in der Nähe der Stadt Selfoss in Südisland. Der Wasserfall befindet sich im Vatnajökull-Nationalpark, unweit des Dettifoss im Nordosten des Landes.
Der Wasserfall Selfoss hautnah
Der Weg zum Selfoss wirkt wunderbar ursprünglich. Vom Gebiet um den Dettifoss folgt der Wanderweg dem Flusslauf flussaufwärts über dunklen Vulkanboden, während das Rauschen des Wassers immer stärker in den Vordergrund tritt. Hier gibt es keinen einzigen, klar abgegrenzten Wasserfallvorhang. Stattdessen teilt sich der Fluss über eine breite, hufeisenförmige Reihe von Stufen auf und stürzt in eine von Basalt gesäumte Schlucht.
Der Selfoss ist etwa 10–11 Meter hoch – im Vergleich zu vielen isländischen Wasserfällen eher niedrig –, doch seine Breite und Wassermenge sorgen für eine beeindruckende Wirkung. Das Wasser stammt aus der Eiskappe Vatnajökull und führt Gletschersedimente mit sich, die dem Fluss häufig eine graubraune Färbung verleihen.
Selfoss und Dettifoss
Der Selfoss liegt etwa einen Kilometer flussaufwärts vom Dettifoss entfernt, sodass sich beide Wasserfälle problemlos bei demselben Besuch erkunden lassen. Der Dettifoss bietet das überwältigende Schauspiel – einen rund 44 Meter hohen Sturz und enorme Wassermengen –, während der Selfoss dazu einlädt, den Fluss und die von ihm geformte Vulkanschlucht in Ruhe zu betrachten.
Der Kontrast ist eindrucksvoll. Am Dettifoss scheint der Fluss gewaltsam über eine Kante zu verschwinden. Beim Selfoss breitet er sich aus und stürzt über zahlreiche Basaltstufen, bevor er sich für seinen weiteren Lauf flussabwärts wieder sammelt.
Die beste Zeit für einen Besuch des Selfoss
Der Sommer, insbesondere Juni bis September, bietet in der Regel den einfachsten Zugang, längere Tage und bessere Bedingungen zum Wandern. Dennoch kann das Gelände rund um den Wasserfall nass, rutschig und schnell wechselnden Wetterbedingungen ausgesetzt sein.
Im Winter verwandelt sich die Landschaft in eine Welt aus Schnee, Eis und gefrorener Gischt. Straßen- und Wegverhältnisse können dann jedoch schwierig oder unpassierbar sein. Reisende, die außerhalb des Sommers unterwegs sind, sollten vor dem Aufbruch die aktuellen Straßen- und Wetterbedingungen prüfen.
Eine ruhigere Seite Nordislands
Der Selfoss wird manchmal vom benachbarten Dettifoss überschattet – und genau das macht einen Teil seines Reizes aus. Ein Spaziergang flussaufwärts offenbart einen Wasserfall mit eigenem Charakter: breit statt hoch, vielgestaltig statt von einer einzigen Fallkante geprägt und untrennbar mit der kargen Basaltlandschaft rund um die Jökulsá á Fjöllum verbunden.
Wer den Vatnajökull-Nationalpark, den Dettifoss oder den Diamond Circle erkundet, sollte dem Wasserfall Selfoss mehr als nur einen flüchtigen Blick widmen.
Wasserfall Selfoss, Nordostisland
Historischer Überblick und Kontext
Selfoss ist ein breiter, hufeisenförmiger Wasserfall am Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum im Nordosten Islands. Er ist etwa 10–13 m hoch und liegt unmittelbar oberhalb des Dettifoss im nördlichen Teil des Vatnajökull-Nationalparks.
Es gibt kein Gründungsdatum und keine ansässige Bevölkerung: Dies ist ein unbewohntes Naturgebiet und keine Stadt. Die Landschaft wurde durch vulkanische Aktivitäten, Basaltlavaflüsse und gewaltige Gletscherfluten geprägt. Geologische Hinweise deuten auf große, canyonbildende Fluten vor etwa 9.000, 5.000 und 2.000 Jahren hin.
Die nächstgelegenen Siedlungen sind klein. Das Gebiet um den See Mývatn und Reykjahlíð ist etwa 55–65 km auf der Straße entfernt, Húsavík etwa 90 km und Akureyri rund 135 km. Akureyri und das zusammenhängende Siedlungsgebiet in seiner Umgebung hatten 2025 20.159 Einwohner.
Wichtig: Der Wasserfall Selfoss ist nicht die Stadt Selfoss im Süden Islands, die mehrere hundert Kilometer entfernt liegt.
Anreise und Fortbewegung
Ein Auto ist mit Abstand die praktischste Möglichkeit, hierherzukommen. Für die meisten Besucher ist Straße 862 auf der Westseite die sinnvollste Route. Sie ist asphaltiert und führt zum Hauptparkplatz für Dettifoss und Selfoss. Die Straße 864 am gegenüberliegenden Ufer ist eine Schotterstraße, langsamer und deutlich stärker von der Jahreszeit abhängig.
Vom westlichen Parkplatz aus ist der offizielle Rundweg zu Dettifoss und Selfoss etwa 2,5 km lang und dauert ungefähr eine Stunde. Der Untergrund ist felsig und kein glatt asphaltierter Spazierweg.
Radfahren auf den umliegenden Straßen ist zwar grundsätzlich möglich, für gewöhnliche Besucher aber wegen der Entfernungen, der Windexposition und des Mangels an Versorgungsmöglichkeiten nicht besonders praktisch. E-Scooter und Mopeds spielen hier praktisch keine Rolle.
Beim Autofahren in Island ist wegen des Wetters besondere Vorsicht erforderlich. Die üblichen Höchstgeschwindigkeiten betragen 90 km/h auf asphaltierten Landstraßen und 80 km/h auf Schotterstraßen, doch die Bedingungen erfordern häufig deutlich niedrigere Geschwindigkeiten. Während der Fahrt müssen die Fahrzeuglichter eingeschaltet sein.
Öffentlicher Verkehr und Taxis
Es gibt keine brauchbare alltägliche öffentliche Verkehrsanbindung direkt zum Wasserfall Selfoss. Planen Sie nicht, einfach anzukommen und anschließend ein Taxi nach Hause zu rufen: Dies ist abgelegenes Land ohne verfügbares Taxiangebot auf Abruf.
Wenn Sie individuell unterwegs sind, sollten Sie den Wasserfall als Ziel betrachten, das mit dem Auto angefahren wird, und vor der Abfahrt aus dem besiedelten Gebiet um Mývatn oder Húsavík ausreichend tanken.
Kosten und Preise im Alltag
Der Zugang zum Wasserfall selbst ist im Allgemeinen kostenlos.
Direkt bei Selfoss gibt es praktisch keine normalen Geschäfte, Cafés oder Restaurants, daher entstehen Ihre Ausgaben vor oder nach dem Besuch. Für den Nordosten Islands können Sie ungefähr mit 4–7 € für Kaffee, 8–15 € für eine einfache Kombination aus Imbiss und Essen zum Mitnehmen, 18–30 € für eine einfache Mahlzeit und 30–50 € oder mehr für ein gewöhnliches Restaurantessen rechnen. Dies sind praktische Richtwerte und keine festen Preise.
Nehmen Sie Essen und Wasser mit, statt darauf zu hoffen, diese direkt am Weg kaufen zu können. Island ist teuer genug, dass Lebensmittel aus dem Supermarkt das Budget einer Rundreise spürbar entlasten.
Esskultur und Essgewohnheiten
Bei Selfoss gibt es keine eigene Esskultur, da es weder eine Siedlung noch ein Gastronomieviertel gibt. In nahegelegenen Orten wird mittags üblicherweise zwischen 11:30 und 14:00 Uhr gegessen, während das Abendessen meist ab etwa 18:00 Uhr beginnt.
Restaurants außerhalb größerer Städte können relativ kurze Öffnungszeiten haben, insbesondere außerhalb des Sommers. Supermärkte in größeren Siedlungen sind möglicherweise bis in den Abend geöffnet, während Geschäfte in kleinen Orten deutlich früher schließen können.
Für diesen Ausflug ist es wesentlich zuverlässiger, Mittagessen und Snacks vor der Abfahrt zu kaufen, als darauf zu planen, in der Nähe des Wasserfalls etwas zu finden.
Bezahlen und Trinkgeld
Island ist äußerst zahlungsfreundlich mit Karten. Kontaktlose Debit- und Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, und Besucher müssen normalerweise nur wenig Bargeld mitführen. Bei größeren oder automatisierten Zahlungen kann gelegentlich eine PIN erforderlich sein.
Trinkgeld wird nicht erwartet. Die üblichen Preise in Restaurants und für Dienstleistungen enthalten bereits den normalen Serviceanteil.
An unbesetzten Tankautomaten kann die Zahlung mit ausländischen Karten gelegentlich weniger unkompliziert sein. Merken Sie sich daher Ihre Karten-PIN und warten Sie nicht, bis der Tank fast leer ist, bevor Sie in einer abgelegenen Gegend tanken.
Sicherheit
Die größten Risiken sind hier Wasser, rutschige Oberflächen, Wind, Kälte und schnell wechselndes Wetter, nicht Kriminalität.
Bleiben Sie auf markierten Wegen und halten Sie ausreichend Abstand zum Fluss und zu den Canyonrändern. Der Gletscherfluss ist außergewöhnlich kraftvoll. Spritzwasser kann die Wege rund um die Wasserfälle sehr nass und rutschig machen; im Winter können sich große Mengen Schnee und Eis ansammeln. Der Nationalpark warnt ausdrücklich davor, sich bei schweren winterlichen Bedingungen dem Canyonrand zu nähern.
Für 2026 weisen Informationen zum Gebiet außerdem auf Änderungen an Teilen des Dettifoss-Wegs nach Steinschlag und wegen verborgener Risse hin. Befolgen Sie daher die aktuellen Wegweiser, statt blind einer alten GPS-Aufzeichnung oder einer heruntergeladenen Wanderkarte zu folgen.
Medizinische Versorgung
Am Wasserfall gibt es keine medizinische Einrichtung. Medizinische Versorgung ist in den größeren Städten und regionalen Zentren Islands verfügbar; Apotheken haben hauptsächlich zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Die nationale Notrufnummer lautet 112.
Bei einem kleineren Problem sind Sie noch eine beträchtliche Strecke von Hilfe entfernt. Eine kleine Reiseapotheke ist daher sinnvoll.
Besucher aus dem EWR sollten, sofern zutreffend, eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mitführen.
Praktische Informationen
Toiletten: Laut Nationalpark gibt es am Hauptparkplatz von Dettifoss Toiletten. Verlassen Sie sich nicht darauf, entlang des Wanderwegs Toiletten zu finden.
Trinkwasser: Leitungswasser in Island ist unbedenklich, füllen Sie daher vor der Fahrt eine wiederverwendbare Flasche auf.
Wandern: Gute Schuhe sind empfehlenswert, auch wenn der offizielle kombinierte Weg als leicht eingestuft wird. Wasserdichte Schuhe mit gutem Profil sind wesentlich bequemer als Schuhe mit glatter Sohle aus der Stadt.
Wetter: Die Landschaft ist ungeschützt, und es gibt praktisch keinen Schutz vor dem Wind. Bringen Sie auch im Sommer eine wind- und wasserdichte Außenschicht mit. Im Frühling und Herbst sind isolierende Kleidungsschichten, Mütze und Handschuhe sinnvoll; im Winter benötigen Sie vollständige Kälteschutzkleidung und sollten die Straßenverhältnisse sorgfältig prüfen.
Atmosphäre: Sommernachmittage sind am belebtesten. Früh am Morgen und am späteren Abend ist es typischerweise ruhiger, begünstigt durch das sehr lange Sommerlicht Islands. Außerhalb des Sommers kann das Gebiet bemerkenswert menschenleer wirken.
Öffnungszeiten: Die Landschaft selbst funktioniert nicht wie eine gewöhnliche Sehenswürdigkeit mit Eintrittszeiten, doch die Erreichbarkeit der Straßen und die vorhandenen Einrichtungen sind saisonabhängig.
Fallstricke und Wissenswertes
Der größte Fehler besteht darin, einfach „Selfoss“ in die Navigation einzugeben und dadurch in Richtung der Stadt Selfoss im Süden Islands zu fahren. Prüfen Sie, dass Ihr Ziel der Wasserfall Selfoss beziehungsweise Dettifoss im Nordosten Islands ist.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Wahl des falschen Flussufers. Die Straßen 862 und 864 führen zu gegenüberliegenden Seiten des Canyons; bei den Wasserfällen gibt es keine Brücke. Ein Wechsel der Seite nach der Ankunft erfordert eine beträchtliche zusätzliche Fahrstrecke. Straße 862 ist die unkomplizierte asphaltierte Zufahrt aus Westen; Straße 864 ist eine Schotterstraße und saisonal nicht befahrbar.
Interpretieren Sie eine scheinbar kurze Gehstrecke nicht als Hinweis darauf, dass gewöhnliche Stadtschuhe geeignet sind. Das Gelände kann uneben, nass und rutschig sein.
Verlassen Sie sich bei der Befahrbarkeit der Straßen nicht ausschließlich auf eine Navigations-App. In Island bedeutet eine auf der Karte eingezeichnete Straße nicht zwangsläufig, dass sie aktuell sinnvoll befahrbar oder für Ihr Fahrzeug geöffnet ist.
Tanken Sie vor der Einfahrt in das Gebiet. Direkt neben Selfoss gibt es keine praktische Tankstelle, keinen Supermarkt und kein Café.
Gehen Sie nicht über markierte Bereiche hinaus, nur um näher ans Wasser zu gelangen. Gletscherflüsse sind kalt, schnell und trüb; die Ufer können deutlich weniger stabil sein, als sie aussehen.
Und schließlich eignet sich Selfoss besonders gut als kurzer Spaziergang in Kombination mit dem angrenzenden Wasserfallgebiet und weniger als isolierter Zwischenstopp: Der offizielle kombinierte Weg ist nur etwa 2,5 km lang und dauert ungefähr eine Stunde.
Formeller Hinweis: Preise, Öffnungszeiten, Straßen- und Wegverhältnisse, Vorschriften, die Verfügbarkeit von Toiletten und andere Dienstleistungen können sich ändern, insbesondere aufgrund des isländischen Wetters und der Jahreszeiten. Prüfen Sie kurz vor der Reise und bevor Sie endgültig über die Anfahrt zum Gebiet entscheiden die aktuellen Informationen des Nationalparks und die offiziellen Straßenverhältnisse.